BNT_mRNA_So-wehrt-der-Koerper-SARS-CoV-2-ab_Teaser (1) (1).svg

So wehrt der Körper SARS-CoV-2 nach einer Impfung ab

SARS-CoV-2 dringt meist über die oberen Atemwege in den Körper ein. Ist die Person immun, wehren spezifische Antikörper in Mund und Nase das Virus ab. Schafft es SARS-CoV-2 dennoch in die Körperzellen, greifen weitere Abwehrmechanismen.

Virus

Wenn ein Krankheitserreger den Weg in den menschlichen Körper findet, geschieht dies oft über die oberen Atemwege: Nase und Rachen. Eine Studie aus den USA zeigt, dass SARS-CoV-2 vor allem durch die Nase in den Körper gelangt.1 Daher ist es besonders wichtig, dass schon dort eine Virusabwehr stattfindet und der Erreger nicht weiter in den Körper oder gar in die Lunge vordringen kann.

BNT_epithel_L.svg

Eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Viren spielt die Schleimhaut. Sie ist speziell darauf ausgerichtet, unerwünschte Eindringlinge am weiteren Fortbewegen zu hindern. Die Schleimhaut besteht aus einem sogenannten Flimmerepithel, einer Art Teppich aus Millionen von Zellen mit kleinen Härchen, den Flimmerhärchen. Zwischen den Härchen befinden sich weitere Zellen, die einen wässrigen, durchsichtigen Schleim produzieren. Mit diesem Schleim sind die oberen Atemwege überzogen, um so viele Erreger wie möglich abfangen zu können.

Station 1 der Virusabwehr: Oberfläche der Schleimhäute

icons_bnt_Antikörper

Das schleimige Sekret enthält Wasser, Proteine, gelöste Salze und Antikörper gegen Erreger, mit denen das Immunsystem schon in Kontakt gekommen ist. Bei Antikörpern auf der Schleimhaut handelt es sich überwiegend um sogenannte Antikörper vom Typ Immunglobulin A (IgA), die sich in dem Sekret befinden. Ist die Person bereits immunisiert, werden die Eindringlinge von diesen Antikörpern neutralisiert, bevor sie die Schleimhautzelle erreichen und sich dort vermehren können.2 (Video: Die Immunisierung) Das bedeutet im Fall von SARS-CoV-2: Die Antikörper binden an die Spike-Proteine an der Virushülle, und das Virus kann daraufhin nicht mehr an die Schleimhautzelle andocken und in sie eindringen.(Artikel: mRNA-Impfung führt zu einer Immunantwort)

Durch die ständige Bewegung der Flimmerhärchen auf der Schleimhaut werden die abgefangenen und neutralisierten Viren wie auf einem Fließband den Rachen hinunter transportiert. Sie gelangen schließlich in den Magen und werden dort verdaut.

Station 2 der Virusabwehr: Schleimhautzellen und dahinterliegendes Gewebe

BNT_fresszelle_L.svg

Neben den Antikörpern vom Typ IgA in der Schleimhaut gibt es die Immunglobulinklassen D, E, G und M. Sie befinden sich in weiteren Bereichen des Körpers und haben andere Funktionen.4 Die Antikörper vom Typ Immunglobulin G (IgG) kommen beispielweise zum Einsatz, wenn das Virus dennoch in die Schleimhautzellen eingedrungen ist und sich weiteren Zutritt zum Körper verschafft. Die IgG-Antikörper befinden sich im Blut sowie außerhalb der Blutbahnen in den Räumen zwischen den Zellen. Sie sind dort in der nächsten Phase der Virusabwehr aktiv.

IgG-Antikörper binden an die Viren, beispielsweise SARS-CoV-2, sobald sie die Schleimhautzelle verlassen haben, neutralisieren sie so und markieren sie für angelockte Fresszellen.5 Diese zerstören die Viren schließlich und fressen sie auf. Herbeigerufene T-Zellen zerstören zudem die infizierten Schleimhautzellen, die ebenfalls von Fresszellen beseitigt werden.(Video: Der Impfschutz)

Die Antikörperklassen im Überblick

Es gibt insgesamt 5 verschiedene Antikörperklassen, die bei der Immunabwehr zum Einsatz kommen. Über Immunglobulin D ist bislang wenig bekannt. Immunglobulin E spielt vor allem bei Allergien und der Abwehr von Parasiten eine Rolle. Bei der Abwehr von SARS-CoV-2 sind die folgenden 3 Antikörperklassen entscheidend:6

  • IgA: Die Immunglobulin-A-Antikörper werden sekretiert und sind darauf spezialisiert, auf Körperoberflächen wie der Mund- oder Nasenschleimhaut die Krankheitserreger abzufangen.
  • IgM: Die Immunglobulin-M-Antikörper sind bereits in einer ganz frühen Phase der Immunabwehr aktiv. Sie zeigen eine akute Infektionsphase an.
  • IgG: Immunglobulin-G-Antikörper bilden sich nach etwa 3 Wochen und zeigen eine durchgemachte Infektion oder eine Impfung an. Sie befinden sich hauptsächlich im Blut und in den Zellzwischenräumen. Sie bleiben lange im Körper und bilden die häufigste Antikörperklasse.

Quellen

1 Hou Y J et al., Cell 2020; 182 (2): 429–446, 23. DOI: 10.1016/j.cell.2020.05.042
2 Rink L, Kruse A, Haase H, Immunologie für Einsteiger. 2. Auflage. Springer Spektrum; 2018. ISBN: 978-3-662-56519-3
3 Sterlin D et al. Sci Transl Med 2021;13(577). DOI: 10.1126/scitranslmed.abd2223
4 Murphy K, Weaver C, Janeway’s Immunobiology. 9. Auflage. Garland Science; 2017. ISBN: 978-0-8153-4505-3
5 Feng C et al. Nat Commun 2021;12. DOI: 10.1038/s41467-021-25312-0
6 Gaebler C et al. Nature 2021;591:639–644. DOI: 10.1038/s41586-021-03207-w

mrnaverstehen Infoservice

Jetzt anmelden zum mRNA-Infoservice

Erfahren Sie regelmäßig mehr über die mRNA-Technologie von COVID-19-Impfstoffen.

Wie bewerten Sie diese Seite?

Bitte bewerten Sie die Seite mit bis zu 5 mRNAs.

BNTCom01199

FAQ

Ihr Feedback ist uns sehr wichtig.

Mit der Beantwortung nur weniger Fragen können Sie uns mitteilen, wie hilfreich Sie die Aufklärung zu mRNA-Impfstoffen finden.