Anpassung von mRNA-Impfstoffen an SARS-CoV-2-Varianten

mRNA-Impfstoffe können innerhalb weniger Monate an neue SARS-CoV-2-Varianten angepasst werden.

Viren können sich sowohl kontinuierlich als auch sprunghaft verändern. Das kann dazu führen, dass Impfstoffe angepasst werden müssen. Im Fall der Grippe, auch Influenza genannt, wird aus diesem Grund jedes Jahr ein angepasster Impfstoff entwickelt und zugelassen, der gegen die jeweils zu erwartenden neuen Virusvarianten wirken soll.

Seit dem 1. Ausbruch von SARS-CoV-2 in China verbreiten sich weltweit Varianten des ursprünglichen Virus. So verbreitete sich beispielsweise seit Ende 2020 die SARS-CoV-2-Variante Alpha (B.1.1.7). Danach war im frühen Sommer 2021 vor allem die Variante Delta (B.1.617.2) vorherrschend. Im November 2021 wurde mit Omikron (B.1.1.529) eine weitere Variante identifiziert. Diese Variante hat sich Ende Dezember 2021 und Anfang Januar 2022 rasch ausgebreitet und bestimmt seitdem das Infektionsgeschehen.1, 2

 

Laut Robert Koch-Institut (RKI) schützen nach derzeitigen Erkenntnissen alle Impfstoffe, die aktuell in Deutschland zur Verfügung stehen, bei vollständiger Impfung vor einer schweren COVID-19-Erkrankung.1 Daten deuten darauf hin, dass der Impfschutz gegenüber der Variante Omikron geringer ist, aber durch eine Auffrischimpfung zumindest teilweise erhöht werden kann.Es ist nicht ausgeschlossen, dass künftige Mutationen weitere stark veränderte Virusvarianten hervorbringen (Video: Mutationen und Virusvarianten). Mutationen sind Veränderungen im Erbgut des Virus. Bei einer Infektion mit einer solchen SARS-CoV-2-Variante könnte die Immunreaktion geimpfter Personen abgeschwächt sein oder ganz ausbleiben.

Veränderungen am Spike-Protein des Virus

Die bislang bekannten Varianten von SARS-CoV-2 weisen Mutationen im Viruserbgut auf. Dies betrifft auch den Abschnitt, der den Bauplan des Spike-Proteins enthält. Dieses Protein sitzt wie ein Stachel auf SARS-CoV-2 und ermöglicht dem Virus das Eindringen in die Körperzellen. Die Informationen zu diesem Protein werden von den derzeit zugelassenen COVID-19-Impfstoffen genutzt, um eine Immunantwort des Körpers hervorzurufen (Video: Die Immunisierung). Bei den meisten Virusvarianten rufen die COVID-19-Impfstoffe trotz Mutationen am Spike-Protein eine ausreichende Immunantwort hervor.

Die Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe könnte sich verringern, wenn an entscheidenden Stellen im Bauplan des Spike-Proteins weitere Mutationen stattgefunden haben. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, die bestehenden mRNA-Impfstoffe innerhalb weniger Monate so anzupassen, dass diese wieder eine ausreichende Immunantwort hervorrufen (Video: Die Anpassung der mRNA-Impfstoffe an Virusvarianten). Um dies zu erreichen, werden Teile der Bauplankopien im bestehenden Impfstoff durch neue Bauplankopien der Variante ersetzt. Es muss also kein neuer Impfstoff entwickelt, sondern lediglich die entscheidenden Stellen ausgetauscht werden. Impfstoffhersteller und Forschung diskutieren bereits einen weiteren Schritt: die Integration von verschiedenen Varianten des Spike-Proteins in COVID-19-mRNA-Impfstoffe.

Schnelle Umstellung bei mRNA-Impfstoffen

mRNA-basierte Impfstoffe gelten als die Technologie der Zukunft, gerade im Hinblick auf Pandemien. Sie lassen sich vergleichsweise schnell entwickeln und zeitnah in großen Mengen herstellen (Artikel: mRNA-Impfstoffe durchlaufen alle Zulassungsschritte | Video: Die Produktion von mRNA-Impfstoffen). Die EU-Kommission hat für die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bereits die Weichen gestellt, um auch die Zulassung angepasster Impfstoffe zu beschleunigen.

Mutationen unter ständiger Beobachtung

Um möglichst schnell auf neue Varianten von SARS-CoV-2 reagieren zu können, müssen die Mutationen ständig beobachtet werden. Dies geschieht, indem positive COVID-19- Testproben im Labor untersucht werden. In Deutschland werden diese Daten an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt, wo sie gesammelt und ausgewertet werden.

Quellen

Übersicht zu besorgniserregenden SARS-CoV-2-Virusvarianten (VOC). Robert Koch-Institut. (Stand: 20.01.2022)
Übersicht zu Omikron-Fällen in Deutschland. Robert Koch-Institut. (Stand: 24.02.2022)

Jetzt anmelden zum mRNA-Infoservice

Erfahren Sie regelmäßig mehr über die mRNA-Technologie von COVID-19-Impfstoffen.

Jetzt anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Das Virus

mRNA-Impfstoffe

Über mRNA

Haben Ihnen diese Informationen weitergeholfen?

Bereits mit der Beantwortung weniger Fragen tragen Sie dazu bei, dieses Informationsmaterial zu verbessern.

Jetzt teilnehmen

Stellen Sie mir gern Ihre Fragen zu mRNA und den mRNA-Impfstoffen